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Die Stadt

Nach einer Legende, Chiusi wurde von Clusius, Sohn vom Lydius Tyrrhenus, gegründet. Archäologische Ausgrabungen haben bewiesen, dass die Hügeln um diese kleine Stadt schon in der früheren Bronzezeit (Ende 2. – Anfang 1. Jahrtausend v. Chr.) gesiedelt waren.

Vom Stadthaupteingang – während des letzten Weltkrieg zerstört und später Nachgebaut in seiner originellen Form, mit etruskischen Rundbogen – kommt man zur via Porsenna, auf dessen rechten Seite einige Gebäuden aus dem Mittelalter und aus der Renaissance zu finden sind. Am Ende der Straße befindet sich die Piazza del Duomo, in deren Fundament die Ruine von einem Palast ausgegraben wurde, der angeblich Porsenna, dem berühmtesten etruskischen König, gehörte. Gegenüber der Kirche befindet sich der Palazzo Episcopale (Erzbistumspalast). An der linken Seite der Kirche steht der Glockenturm, dessen erster Teil aus dem 13. Jahrhundert stammt. Die älteste Basis wurde angeblich mit Trümmern von Gebäuden gebaut, die unter dem Bischof Lanfranco, der im 16. Jahrhundert versucht hatte, als Graf-Bischof Herr der Stadt zu werden, aufgerichtet wurden.
 

Die Kathedrale, vom Bischof Fiorentino im 6. Jh. gegründet, wurde im 12. Jh. neugebaut und im 19. Jh. wesentlich umgestaltet. Der Innenraum hat drei Schiffe, ohne Querschiff, und jede endet in eine Apsis. Jede Säule, die die Rundbogen unterstützt, hat ein unterschiedliches Kapitell. Die Kapitelle stammen aus römischen Gebäuden. Im rechten Schiff befindet sich ein Taufbecken. Über das Taufbecken steht eine Statue von Johannes dem Täufer im Stil von Andrea Sansovino. Zwischen 1887 und 1894 wurde die Kirche von Arturo Viligiardi gemalt, wie ein falsches Mosaik und nach altchristlichem und römischen Mustern. Durch die Sakristei kommt man in den Kapitelsaal, wo einige wichtige Kodizes mit Miniaturen, die aus dem Kloster von Monte Oliveto Maggiore stammen, unter Glas behalten werden.

Schon seit Anfang des 18. Jh. fing man in Chiusi an, die etruskische Herkunft der Stadt zu schätzen und nach Resten dieser ehrwürdige Zivilisation zu suchen. Ab Anfang des 19. Jh. wurden sehr bedeutende Tomben gefunden, obwohl es nicht nur professionelle Altertumsforscher waren, die die Arbeit führten, sondern auch Räuber, die schnell und heimlich gruben und oft die Funde stahlen und beschädigten. Im Jahr 1870 würde der erste Kern des Museums geöffnet, mit Funden und Resten aus den Gräben. Später nahm die Sammlung dank Beschenkungen allmählich zu.

Anfangs des 20. Jh. fing man an, das Museo Civico (Stadtmuseum) zu bauen. Im Jahr 1932 wurde es erweitert. Das Museum wurde während des 2. Weltkriegs beschädigt und 1963 vom Staat erworben. Die neue Sammlung, die im Jahr 1992 eingeweiht wurde, ist auf drei Sektionen verteilt. Die Exponate stammen aus Grabungen aus der Gegend der Stadt und auch deswegen sind sie so wichtig. Die seltensten und wertvollsten Exponate sind Grabsteine mit Basreliefe und Inschriften.